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April 2007
CeMAT Live 2007 - Flexibilität geht vor
Der Markt für Warehouse Management Systeme ist in Bewegung. Anwender fordern Lagersoftware, mit der sie schnell auf neue Herausforderungen reagieren können.

Von Rainer Barck (Auszüge) - Fokussierung auf die Kernkompetenzen gern – aber nicht mit ASP. Wenn die aktuelle Entwicklung im Bereich der Warehouse Management Systeme (WMS) reflektiert wird, gehört das Application Service Providing (ASP) zu den Verlierern. Das Projekt der Softwarenutzung zur Miete via Internet, das vor wenigen Jahren von vielen Softwareanbietern und -entwicklern noch als potenziell lukratives Geschäftsfeld betrachtet wurde, hat ernüchternde Ergebnisse gebracht. „Kaum Modelle, kaum Kunden, kaum Umsätze im Markt“, resümiert Oliver Wolf, Projektleiter Team Warehouse Logistics am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML).
Nutzer wollen die Kontrolle behalten
Im Gegenteil. „Die Anwender wollen Systeme, mit denen sie auf die sich dynamisch verändernden Prozesse schnell und flexibel reagieren können – und dies möglichst in eigener Regie“, erklärt Leo Bartevyan, Vertriebsleiter beim Systemhaus InnoLog, mit Sitz in Baesweiler. Und Oliver Wolf sagt: „Kurz- und mittelfristig werden ganz neue Geschäftsmodelle aus der Kombination von Web-Services und Service-orientierten Architekturen (SOA) entstehen.“ Im Markt der Warehouse Management Systeme ist einiges in Bewegung. Durch Ablösung von Erstsystemen ist rund 20 Prozent der laufenden Lagersoftware jünger als fünf Jahre. „Sie ist bereits mit einem breiten Schnittstellenspektrum ausgestattet und auf moderne Anforderungen wie RFID und Service-orientierte Architekturen ausgerichtet“, sagt Wolf. (...)
Monolithische
Softwaresysteme
als Auslaufmodelle
Alle Beobachter stimmen darin überein, dass die Zeiten monolithischer Softwaresysteme vorbei sind. (...)
Zudem setzen Hersteller und Anwender auf Plattform-unabhängigkeit mit einer möglichst aspektorientierten Architektur. Beispiel Kommissionierung. „Bei der Optimierung sehen die Anwender Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit an erster Stelle“, sagt Wolf. Während heute die beleggeführte Kommissionierung noch vor Funkanwendungen gebräuchlich sei, werde sie in den kommenden vier Jahren weitgehend von Funk-, Pick-by-Voice- und RFID-Lösungen ersetzt. Auf solche Entwicklungen und die Anbindung entsprechender Tools müssen WMS eingerichtet sein. Jenseits der Kernfunktionen hat das IML vier weitere Funktionen definiert, die für moderne, leistungsstarke WMS ausschlaggebend sind. „Die zielen insbesondere auf die Bedürfnisse von Logistikdienstleistern, den bevorzugten Kunden der WMS-Anbieter“, sagt Wolf. Zu den wichtigsten Funktionsumfängen zählen ein Dock & Yard-Management, die Unterstützung von Leitstand-Anforderungen, Advanced-Planning-Module für die Ressourcenplanung sowie Optionen für Value Added Services.
Wettbewerbsvorteil durch Sonderfunktionen
Darüber hinaus geht der Trend beim Warehouse Management zur Integration von Prozessen jenseits der Unternehmensgrenzen: WMS werden stärker auf Integrationsmodelle der Enterprise Application Integration (EAI) reagieren müssen. „Diese Aspekte haben die WMS-Anbieter noch nicht genügend erkannt“, meint Wolf. Transportmanagement-Module etwa würden verstärkt nachgefragt, aber nur wenige Anbieter könnten sie zur Verfügung stellen. Ungebrochen ist überdies die Hinwendung zu Standardsystemen mit Add-ons, wobei die Standardmodule immer größer werden. „Für viele Anwender ist dabei mindestens ein individuell zugeschnittenes Modul ganz wichtig“, weiß InnoLog-Mann Bartevyan. „Mit diesen Sonderfunktionen wollen sie sich von Wettbewerbern differenzieren und angebotene Mehrwerte in einen strategischen Vorteil für sich wandeln.“
Bericht zum downloaden:
Flexibilität geht vor.pdf
CeMAT.Live 2007: Die Artikel zum Download:
http://www.logistik-inside.de/sixcms/detail.php?id=507951
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